Unsere Demokratie verteidigen

Berlin, 10.10.2019 Pressemitteilung

Imam Sanci verurteilt Angriff auf Synagoge in Halle / Multireligiöses Friedensgebet am Freitag
Angesichts des mörderischen, menschenverachtenden Anschlags in Halle sagte Kadir Sanci, Imam und Präsidiumsmitglied des House of One: „Sri Lanka, Christchurch, Pittsburg… – ich weiß gar nicht mehr, was ich zu diesen Unmenschlichkeiten sagen soll. Es schockiert mich, dass diese Angriffe auf wehrlose Betenden kein Ende nehmen. Im Gegenteil: Sie kommen näher, jetzt auch zu uns nach Deutschland, nach Halle.“ Gestern sei die jüdische Gemeinschaft das Ziel gewesen, morgen sind es vielleicht Muslime oder andere. Das müsse jedem klarwerden. „Wenn jemand angegriffen wird, müssen wir daher zusammenhalten und diejenigen unterstützen“, sagte Imam Sanci weiter: „Unsere Demokratie muss jeden Tag – und jetzt noch einmal besonders –gestärkt und verteidigt werden.“

Dass in Berlin so viele Menschen, auch in Berlin vor der Synagoge in der Oranienburger Straße am Dienstagabend, zusammengekommen seien, sei ein Zeichen für die wache Zivilgesellschaft in Deutschland. „Die große Zahl der Menschen in Deutschland sind wach, stehen auf, wollen diesen Hass nicht dulden. Diese positive Kraft in unserer Gesellschaft, die über alle religiösen oder weltanschauliche Grenzen reicht, wollen wir – Juden, Muslime und Christen – mit dem House of One weiter verstärken helfen“, sagte Imam Sanci.

Einladung zum multireligiösen Friedensgebet

Am Freitag, 11. Oktober um 12 Uhr, wird im Rahmen eines multireligiösen Friedensgebet an den Anschlag in Halle und die Opfer gedacht werden. Ein Kondolenzbuch wird ausgelegt.

Ort: St. Marienkirche auf dem Alexanderplatz

Glockenspiel der Parochialkirche spielt jüdisches Morgengebet

Ab morgen wird das Glockenspiel der Parochialkirche in der Klosterstraße in Berlin-Mitte täglich um 9 Uhr als Zeichen der Verbundenheit eine Melodie aus dem jüdischen Morgengebet „Adon olam“ (Ewiger Herr) spielen.

 Weitere Informationen und Ansprechpartner unter – Achtung, neue Nummer! – (030) 21 300 18-50 oder per Mail unter press@house-of-one.org.

Religion in den VHSen

In diesem Herbst haben die Berliner Volkshochschulen wieder einige Vorträge, Seminare und Exkursionen rund um das Thema Religion in ihren Progammen:

Am  6.11. gibt es in Steglitz-Zehlendorf eine Einführung in den Buddhismus,

vom 7.11. – 5. 12. findet in Lichtenberg an 5 Mittwochabenden ´Die kleine religiöse Weltreise durch Berlin` statt,

am 23.11. beginnt in Pankow eine mehrteilige Reihe zu Religion und Gesellschaft mit dem Titel ´Religion – was soll das?`

Näheres zu den Veranstaltungen und Anmeldung siehe:
https://www.vhsit.berlin.de/VHSKURSE/BusinessPages/CourseList.aspx

 

 

Die mit dem Kopftuch

Werkstatt der Kulturen /Werkstatt der Religionen und Weltanschauungen

Lesung und Gespräch mit der Autorin Fereshta Ludin
Sonntag, 28. Juanuar 2018 um 15.00 Uhr,Semainarraum 1
Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße

Immer wieder ist es ein Thema: Kopftuch, Burka, Burkini & Co. Es fällt Außenstehenden oft allzu leicht ein Urteil zu bilden, dabei sind sie meist nie in ein tiefes Gespräch mit Menschen eingegangen, die ein Tuch über ihrem Haupt tragen.

Fereshta Ludin ist „die Frau mit dem Kopftuch“, die viele Jahre seit Ende der 1990er Jahre bis Anfang 2003 bis zum Verfassungsgericht gegangen ist, um sich von der institutionellen Diskriminierung auf Grund ihres Kopftuches als Lehrerin zu befreien. Wie diese Person denkt, wer sie ist und welche Beweggründe sie hatte, durch die Instanzen zu gehen, wird sie uns mit ihrer Lesung näher bringen.

Sie stellt sich persönlich der Debatte um das Recht der muslimischen Frau, im staatlichen Dienst ein Tuch zu tragen zu dürfen, und um das Neutralitätsgesetz und dessen negative Auswirkungen für die Betroffenen. Ihre Erzählungen werden ihre eigenen und die Beweggründe vieler Betroffener beleuchten. Daher laden wir herzlich zu einer Lesung mit Fereshta Ludin mit anschließendem Gespräch ein!

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