Gemeinschaften

Ohne die religiösen, spirituellen und weltanschaulichen Gemeinschaften, denen die einzelnen Mitwirkenden in der Werkstatt angehören bzw. nahestehen, wäre die Arbeit der Werkstatt überhaupt nicht denkbar. Hier folgt ein Überblick aus der individuellen Sicht der Beteilgten.

BAHA`I
Zur Religion der Bahá`í gehört Gisela Klein. Sie sagt: Zu allen Zeiten waren es die Religionen, von denen geistige und soziale Impulse ausgingen. Das jüngste Glied dieser Kette, die Bahá‘í-Religion, wurde 1863 von Bahá’u‘lláh in Persien gestiftet. Die Bahá’í glauben an die Einheit der Religionen im Kontext einer fortschreitenden Gottesoffenbarung. Das Prinzip der Einheit der Menschheit ist der Angelpunkt der Lehren Bahá’u’lláhs. Er verkündete: „Die Erde ist nur einLand, und alle Menschen sind seine Bürger.“ mehr lesen
Zur allgemeinen Information über die Bahá`i empfiehlt Giselsa Klein die Seite der  Gemeinschaft in Berlin  und die ausführlichere der Bahá`i  in Deutschland:
berlin.bahai.de
Bahá’í–Religion
www.bahai.de/woran-bahai-glauben/

BUDDHISTEN
Amogharatna ist Mitglied des Buddhistischen Ordens Triratna. Er sagt: Der Orden steht im Mittelpunkt der Buddhistischen Gemeinschaft Triratna (früher: „Freunde des Westlichen Buddhistischen Ordens“), einer internationalen Bewegung, die seit 1967 die buddhistische Lehre in zeitgemäßer Form anbietet. Heute ist Triratna in über zwanzig Ländern aktiv. Seit 1998 ist Triratna durch das Buddhistische Tor in Berlin vertreten ( www.buddhistisches-tor-berlin.de ).

Seit seiner ersten Begegnung mit der Lehre des Buddha ist Amogharatna davon überzeugt, vor allem von der Betonung der Verantwortung für sich selbst. Andere wichtige Aspekte sind für ihn das ´Bedingte Entstehen`, was der Kern der buddhistischen Weisheit ist, und die Aussage des Buddha, dass das ganze spirituelle Leben aus Freundschaft besteht. In der letzten Zeit interessiert Amogharatna besonders die Rolle der Künste im spirituellen Leben. Im Laufe seiner Zeit als Buddhist hat Amogharatna den Wert des Erzählens von Lebensgeschichten gelernt, um sich selbst besser kennen zu lernen, und um tiefer in Kontakt mit anderen zu kommen.

Als weitere Informationsquellen nennt Amoghartna die folgenden:
In Berlin gibt es mehr als fünfzig verschiedene Buddhistische Gruppen. „Buddhismus in Berlin und Brandenburg“ versteht sich als Arbeitskreis für Begegnung und Austausch von VertreterInnen verschiedener buddhistischer Gruppen, Zentren und Vereinen aus Berlin und Brandenburg: www.bubb-info.de
Die „Deutsche Buddhistische Union e.V. (DBU)“ ist ein Dachverband einiger Buddhistinnen und Buddhisten und buddhistischer Gemeinschaften in Deutschland: www.buddhismus-deutschland.de
Die Europäischen Buddhistischen Union (EBU), ist ein Dachverband einiger europäischer, überregionaler, buddhistischer Organisationen: www.europeanbuddhism.org

CHRISTLICHE WISSENSCHAFT

Leseraum Christliche Wissenschaft
Foto: A. Kreutziger-Herr

Dr. Annette Kreutziger-Herr hat viele Jahre lang in der Werkstatt mitgewirkt, sie gehört zur Christlichen Wissenschaft in Berlin und sagt dazu: „Die Christliche Wissenschaft versteht sich selbst als gelebte Liebe, als transparente, individuell umsetzbare Wissenschaft des Christentumssie ist etwas für Menschen, die gerne nachdenken, und die das, was sie entdecken, praktisch umsetzen möchten….“mehr lesen

Allgemeine Informationen:
Die basisdemokratisch organisierten, christlich-wissenschaftlichen Gemeinden in Berlin haben eine gemeinsame Website: https://www.christlichewissenschaft.berlin/

EVANGELISCHE CHRISTEN
Drei evangelische Christ*innen arbeiten in der Werkstatt mit.
Ruthild Hockenjos sagt: Mir ist wichtig, dass nicht ein Dialog zwischen „Fachmännern“ geführt wird (aufgrund offizieller, „dogmatischer“ Standpunkte), sondern gerade die individuell gelebte Überzeugungen ins Gespräch kommen und  religiöse/weltanschauliche Wurzeln dabei benannt werden.
Aufgewachsen in einer katholisch geprägten Hochschwarzwald-Gemeinde, in der wir als evangelische Familie unseren Platz finden mußten, war ich von Anfang an vertraut mit Begegnungen über Grenzen hinweg.    weiter lesen

Dr. Hans-Hermann Wilke hat mit seinem Eintreten für ökumenisches Lernen die Gründung und Konsolidierung der Werkstatt Religionen und Weltanschauungen von Beginn an unterstützt und begleitet.

Angela Berger sagt:“Schon von Anfang an gab es in unserer Familie Brüche in den religiösen Biografien, die sich bis in mein eigenes religiöses Leben fortsetzten und bis heute der Grund für mein Interesse an der allgemeingültigen Wahrheit hinter all den verschiedenen Religionen sind.“ mehr lesen

Für allgemeine Informationen siehe die Seite der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburgschlesische Oberlausitz: https://www.ekbo.de/startseite.html
und für den interreligiösen Dialog der Evangelischen Kirche: https://www.berliner-missionswerk.de/interreligioeser-dialog/#c606

ÜBERZEUGUNGEN OHNE ANBINDUNG
Es gehört zu den Phänomenen unserer Zeit, dass sich insbesondere in den westlichen Gesellschaften Menschen entscheiden, ihren Glauben bzw. ihre Überzeugung auch ohne Anbindung an eine Gemeinschaft selbstbestimmt zu leben. –  Auch solche Lebensentwürfe  gehören unserer Meinung nach zu unserem biografischen Dialog dazu.
2 Stimmen aus der WRW, siehe Cornelia Dette  und Paul Räther

HINDUS
Karl Schimkowski sagt:  Ich habe mich schon in meiner Kindheit für Kulturen und Religionen aus aller Welt interessiert und stieß 2006 in Leipzig zur ISKCON, der Hare-Krishna-Bewegung, die anders als die meisten traditionellen Strömungen des Hinduismus, mittlerweile auch Menschen diverser kultureller und ethnischer Hintergünde anspricht. Im Laufe der Jahre habe ich verschiedene Aufgaben und Arten des Engagements übernommen, unter anderem auch im interreligiösen Dialog, der schon oft mein eigenes spirituelles Leben bereichert hat.

Über den Hinduismus sagt Karl Schimkowski:
Yoga, Bollywood, Ayurveda, exotische Bilder aus dem Fernsehen oder Internet: Die Kultur(en) Indiens und ihre religiösen und spirituellen Gebräuche kennen viele nur aus der Ferne. Vieles mutet exotisch und fremd an und ist daher für die meisten in unseren Breiten nur schwer zu fassen.
Der Begriff „Hinduismus“ geht auf die Bezeichnung der Perser für die Völker des indischen Subkontinents zurück – doch der ist zehnmal so groß wie Deutschland! Zahlreiche regionale Sprachen, Sitten, Traditionen und Ethnien machen den weiten Bedeutungsumfang des Sammelbegriffs „Hinduismus“ aus.
Die Strömungen des Hinduismus in all ihrer Vielfalt haben eins gemeinsam: Die theologische Grundlage bilden überlieferte Schriften, deren Auslegung und jeweilige Bedeutung sehr stark variiert.
Die allermeisten Hindus werden in die Religion hineingeboren, doch schließen sich auch Menschen aus anderen kulturellen Hintergründen dem Hinduismus an.
In Berlin gibt es mehrere hinduistische Tempel, von denen der Ganesha-Tempel in der Hasenheide schon allein durch seine Architektur besonders prominent ist.

Hier ein paar weiterführende Links:
Ein detaillierter und informativer Vortrag zum Einstieg in den Hinduismus in englischer Sprache: https://youtu.be/IlBytzpLiu4
Das Hindu Forum of Europe, ein Zusammenschluss mehrerer europäischer Hindu-Organisationen: http://hinduforum.eu/

HUMANISTEN
Die Weltanschauung des Humanistmus ist in der Werkstatt durch Katja Schäfer und Sven Thale vertreten. Er sagt: „Es ist eine Alltagserfahrung, dass der Mensch, also das Selbst und die Mitmenschen, einem einige Rätsel aufgeben. So kam ich bald zu der Frage – die wir vielleicht alle teilen – was der Mensch überhaupt sei. Diese Frage ist es auch, der unsere biographischen Runden in der Werkstatt Religionen und Weltanschauungen immer wieder neue Facetten hinzufügen. Zwei Dinge scheinen mir dabei sicher: Eine abschließende Antwort lässt sich nicht finden; doch am weitesten kommen wir, wenn wir den Blick auf die Menschen selbst richten und auf die Natur in der wir leben. Viele gute Erklärungen lassen sich aus der menschlichen Praxis und der Diesseitigkeit unserer Welt ableiten. Machtverhältnisse spielen dabei allerdings eine nicht zu unterschätzende Rolle.  Von daher hoffe ich, dass es mir gelingt, genau hinzusehen und – trotz aller Defizite – die Menschlichkeit als Maßstab des Handelns zu gewinnen.“

Katja Schäfer und Sven Thale weisen auf das  Humanistische Selbstverständnis hin und stellen  die Geschichte des Humanismus mit einem Video vor.
Allgemeine Information: Zweck des Humanistischen Verbandes Deutschland ist die Förderung von Humanismus und Humanität auf weltlicher Grundlage. Die Mitglieder des Verbandes sind der Überzeugung, dass ein praktischer Humanismus im Kern darin besteht, dass Menschen ein selbstbestimmtes und verantwortliches Leben führen, ohne sich dabei auf religiöse Glaubensvorstellungen zu beziehen.
Die Mitglieder des Humanistischen Verbandes achten und respektieren andere religiöse und weltanschauliche Orientierungen. Ihre Toleranz hat jedoch dort Grenzen, wo Menschenrechte verletzt und Positionen der Intoleranz vertreten werden.
Der Humanistische Verband Deutschlands, Landesverband Berlin-Brandenburg KdöR (HVD): http://humanistisch.de

JUDEN
Dr. Aaron Hammel,aus einer säkularen jüdischen Familie kommend, hat sein Zuhause bei Chabad Lubawitsch. – Chabad Lubawitsch, das ist „eine Philosophie, eine Bewegung und eine Organisation“,  so erklärt es die Website. Ein wichtiger  Teil seines Engagements ist der Kampagne Solidarisch gegen Hass gewidmet.

Allgemeine Informationen: das jüdische Leben hat in den vergangenen Jahren insbesondere in Berlin an  Vielfältigkeit gewonnen. Unter der Überschrift „Synagogen – wo Juden in Berlin beten“ findet man eine Übersicht: http://berlin-judentum.de/synagogen/index.htm
außerdem gibt es dort Information zu den verschiedenen Richtungen im Judentum, zu den wichtigsten Glaubensfragen und vieles mehr.

KATHOLISCHE CHRISTEN
Klaudia Höfig sagt: ich lebe seit 2012 in Berlin. Mein Glaube ist im Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern, in denen ich gelebt habe, gewachsen, weil er in Frage gestellt wurde. Auf viele Fragen des Lebens suchen Menschen Antworten. Ich auch. So bieten mir die Gespräche in der Werkstatt viele Zugänge für das Suchen nach Antworten. Mein Glaube bestärkt mich darin, dies so zu tun.

Ayako Hori-Merdon sagt: Ich bin Japanerin und katholisch. Der Glaube ist ein Teil von mir und begleitet meinen Weg sowohl in guten Zeiten als auch in schlechten Zeiten. Seitdem ich in Berlin wohne, habe ich in verschiedener Weise erfahren, wie sich im jeweiligen Kulturkontext die Wahrnehmung der Katholiken (beziehungsweise der Religiösen im Allgemeinen)  unterscheidet. Solche Erfahrungen haben mir Anlass gegeben, meine kulturbezogene Selbstverständlichkeit über Religion zu hinterfragen und dadurch das Verständnis über meinen Glauben zu erweitern.
Zur Information über die Katholiken in Japan empfiehlt sie eine  englischsprachige Seite: https://www.cbcj.catholic.jp/english/japan/ 

Zur allgemeinen Information über die Katholische Kirche empfehlenKlaudia Höfig und  Ayako Hori-Merdon: www.erzbistumberlin.de   gibt einen ersten Eindruck vom Erzbistum Berlin; das ist die Katholische Kirche in Berlin, Brandenburg und Vorpommern. Herzliche Einladung unsere Kirchengemeinden und andere Orte des kirchlichen Lebens kennenzulernen!

MUSLIME

interreligiöser Stand
interreligiöser Stand, Foto F. Ludin©

Der Islam ist mit einer sunnitischen Muslima in der Werkstatt präsent. Fereshta Ludin sagt folgendes über den Islam:
„Das Wort Islam stammt vom Begriff Salam ﺴﻠﺍﻢ. Ein arabischer Begriff, der Frieden bedeutet.
Ein Muslim ist jemand, der  Frieden macht. Frieden mit sich selbst, mit der Schöpfung und mit dem Schöpfer. Diese drei Beziehungen stellen eine Einheit dar.  Ein praktizierender Muslim verinnerlicht diese Haltung nicht nur im Herzen,  sondern vor allem in seinem täglichen Umgang und seiner Lebenspraxis. Muslime leben ihren Glauben spirituell, kulturell und in der Praxis vielfältig. Ihre Überzeugung ist teilweise sichtbar oder unerkenntlich.
In Berlin gibt es zahlreiche muslimische Gemeinden, deren Gemeindeleben sowohl kulturell als auch religiös unterschiedlich geprägt ist. Unter ihnen gibt es auch Gemeinden, die deutschsprachig arbeiten.“

PAGANE
ein schwer zu umreißender Sammelbegriff, jedenfalls geht es um „die mit den vielen Göttinnen und Göttern“… Dazu sagt Gisela Kranz: neben den herkömmlichen Religionsgemeinschaften gibt es eine facettenreiche Szene neuer religiös-spiritueller Bewegungen, oft mit uralten religiösen Wurzeln, doch zugleich unorthodox, eigenständig, kreativ und manchmal chaotisch. In Berlin schließen sich viele dieser Gruppen alljährlich zum Aktionsbündnis Pagane Wege und Gemeinschaften zusammen.

Isis of 10.000 names

Meine spirituelle Heimat habe ich in der  Fellowship of Isis  gefunden. Ihre Offenheit für alle religiösen Überlieferungen und Phanteons zusammen mit dem besonderen Blick auf die darin enthaltenen weibliche Aspekte (Divine Feminine) und die Betonung der Eigenverantwortung des Einzelnen geben mir viel Raum zum Lernen, Praktizieren und Weitergehen, ohne dass ich mich in der Fülle der spirituellen Möglichkeiten verloren fühle.

Einblicke vermittelt die Seite des Berliner Iseum mit dem Ziegenfisch.

 

SIKHS
Die Sikhs sind in der Werkstatt durch Ranjit P. Kaur vertreten. Mit einer eigenen Präsentation stellt sie hier den Berliner Tempel der Sikhs vor.

Foto: Ranjit Kaur©

Die Seite des Berliner Sikh-Tempels ist: http://gurdwaraberlin.de/

Für allgemeine Information über die Sikh-Religion
empfiehlt Ranjit P. Kaur das Sikh-Forum: es wurde im Jahr 2000 gegründet, um in zeitgemäßer Sprache Einblicke in die  religiöse und ethische Welt der Sikh-Religion zu geben. Gläubige in der ganzen Welt arbeiten   ehrenamtlich daran mit.

 

SUFIS

Petra Beate Schildbach sagt: Der Sufismus ist weder eine Religion noch ein Kult.  Er kennt keine Dogmen.  Es hat nie einen Gründer gegeben, denn er hat zu allen Zeiten bestanden.  Seit Abraham hat es viele esoterische Sufi-Schulen gegeben, u.a. in den Arabischen Ländern, in Persien und Indien.
Die heutige Universelle Sufi-Bewegung hat Mitglieder der verschiedensten Nationen und Rassen, vereint in dem Ideal der Weisheit. Sie glauben, daß Weisheit nicht einer bestimmten Religion zugeordnet werden kann, sondern der Menschheit als Ganzes gehört.
Der Sufi ist bestrebt, sein wahres Sein zu erkennen, und den Sinn und Zweck seines Lebens zu verwirklichen. Indem er die Vision Gottes vor Augen hat, versucht er dieses Ziel zu erreichen.

Für weitere Informationen: www.sufi-bewegung.de