Glaube ohne Anbindung

Es gehört zu den Phänomenen der heutigen Zeit, dass Menschen in den westlichen Gesellschaften ihren Glauben auch ohne feste Anbindung an eine Religionsgemeinschaft leben, bzw.sich mehreren Glaubensrichtungen nahe fühlen. Die Werkstatt Religionen und Weltanschauungen begrüßt neue Mitglieder, die solche Weg gehen.

Unser Mitglied Cornelia Dette sagt:
Ich hatte das Glück, als kleines Kind von meiner Mutter vermittelt zu
bekommen, dass Gott mich beschützt und ich mich mit jedem Problem, in jeder Not, aber auch mit meinem Dank und meiner Freude dorthin wenden kann.
Das nennt man Urvertrauen. Es trägt mich durch mein ganzes Leben.
Ich glaube an dieses Göttliche als Schöpferkraft, Ursprung alles Seienden, Vatter und Mutter für alle Menschen seit Anbeginn.
Gott sendet immer wieder besondere Menschen auf die Erde, die in besonders engem Kontakt zu ihm/ihr leben und uns den Weg zu wahrem Leben weisen wollen, mit jeweils in ihrer Zeit für diese verständlich aktualisierter die Botschaft. Weil diese Boten in nicht entfremdetem Kontakt zu Gott leben, stören sie die degenerierte Umwelt und werden deshalb von den Mächtigen verfolgt.
Zugleich haben sie eine so starke Wirkung auf ihre Zeitgenossen, dass diese ihr ganzes Leben ändern.
Diese Boten sprechen direkt zu uns Menschen und werden nach ihrem Tod von den Nachfolgenden missverstanden, indem man eine Religion aus ihrer Botschaft baut. Die brauche ich nicht.
Moses, Buddha, Jesus, Mohammed, Bahá’u’lláh – vielleicht kommt als nächstes eine Frau?

Unser Mitglied Antonia Tens sagt:
Ich bin gemäßigt-evangelisch sozialisiert, mit allen zugehörigen Brüchen und Zweifeln, dabei von Beginn an persönliche Resonanz weniger auf den christlichen als vielmehr den jüdischen Glaubensgehalt.
Seit Ende der 80erJahre intensiver Bezug auch zum Buddhismus; Mitgliedschaft in einer internationalen buddhistischen Vereinigung sowie im BDU e.V. Dabei schließen sich diese unterschiedlichen Zugänge entgegen verbreiteter Auffassung m. E. grundsätzlich ebenso wenig aus wie Religion und vernünftiges Denken,  Naturwissenschaften etc.

Jahrestagung 2017 – Bericht

Zusammenfassung der Tagungsbeiträge und ergänzende Hinweise:

Fast ein Jahr lang haben wir in der Werkstatt in monatlichen biographischen Runden zum Thema „Religiös – säkular – neutral: Religion und Staat“ erzählt und dabei u.a. folgende Fragen immer wieder individuell und kollektiv beleuchtet:

Wo kollidiert(e) meine Überzeugung mit der Vielfalt der Gesellschaft?
Wie verstehe ich „Neutralität des Staates“?
Wo kollidiert(e) meine Überzeugung mit dem „neutralen“ Staat bzw. wo gerade nicht?
Und welche dieser Aspekte wollen wir in die Jahrestagung einbringen?
Logo WRWDaraus entstand das Programm der Jahrestagung 2017

9:20 Grußwort von Gerry Woop, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für  Kultur und Europa

9:40 Impulsreferat 1: Juristischer/verfassungsrechtlicher Aspekt
RA Dr. Thomas Heinrichs*, Vizepräsident der Humanistischen Akademie Deutschlands

10:00 Impulsreferat 2: Gesellschaftspolitischer Aspekt
Ender Çetin, Erziehungswissenschaftler und islamischer Theologe, ehem. Vorstandsvorsitzender  der Şehitlik Moschee in Berlin-Neukölln

10:20 Impulsreferat 3: Bildungsaspekt
Prof. Dr. Riem Spielhaus, Leiterin der Abt. Schulbuch und Gesellschaft am Georg Eckert-Institut für Schulbuchforschung, Professorin für Islamwissenschaft an der Universität Göttingen

11:10 Fishbowl: Diskussion der 3 Referent*innen mit einigen WRW-
Teilnehmer*innen und nschließend mit Tagungsgästen

13:45 Adham El Said – Musikalisches Intermezzo

14:00 Workshops:
1. Wie wird in anderen Ländern im Schulalltag mit religionsbezogenen             praktischen Themen umgegangen?  (Riem Spielhaus)

2.  Was kann politische Bildung im Kontext von Religion und Staat beitragen? – Berliner Landeszentrale für politische Bildung
(Reinhard Fischer)

3. Die Sache mit der Religion“ – die Neuköllner Ausstellung.
Erfahrungen  aus der Arbeit mit Schüler*innen
(Silvia Haslauer und Anja Mutert)

4. Die Anlaufstelle Diskriminierungsschutz an Schulen – ADAS:
Erfahrungen, Materialien und Übungen  (Aliyeh Yegane und
Amine Tașdan)

5.  Verein für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher
Bildung – DEVI e.V. :  Handlungskonzepte und Projektangebote für
Schulen in Brandenburg und Berlin  (Michael Hammerbacher)

6. Beispiele für Lernen von interreligiöser Kompetenz aus der
Lehrer*innenausbildung  des Verbands der Humanisten
(Max Kölling)

16:00 Kurzfilm „Fard – das zweite Gesicht

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*noch ein Hinweis: gerade ist das neue Buch von Dr. Heinrichs erschienen. Es trägt den Titel „Religion und Weltanschauung im Recht. Problemfälle am Ende der Kirchendominanz“.

An der Tagung nahmen rund 130 Gäste aus Berlin und Brandenburg teil.

Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung bei:

Logo WdK

Logo Internationales Pastorales Zentrum

Logo AKD
der Evangelischen Kirche Berlin – Brandenburg- schlesische Oberlausitz

Logo Islam. Föderation

Logo HVD

Jahrestagung 2016 – Bericht

Unsere jährliche Tagung hat am 9.November 2016
mit rund 90 Teilnehmer/innen
in der Werkstatt der Kulturen stattgefunden.

Diesjähriges Thema: Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.
Religionen und Weltanschauungen in Zeiten der Veränderung.


Eine Zusammenfassung der Vorträge und des Workshops hier